Sunday, September 2, 2007

Was soll ich anziehen? - What should I wear?

Nach einer kurzen Blogpause bin ich wieder da. Ich genoss die letzten Wochen meiner Ferien mit regelrechtem Faulenzen. Jetzt, wo es wieder heisst frueh aufzustehen und sich fuer die Arbeit fertig zu machen, kommt auch wieder der Moment, wo ich unschluessig vor dem Kleiderschrank stehe und ueberlege, was ich wohl anziehen soll. Gewisse Kleiderordnungen muessen dabei natuerlich auch beachtet werden. In Oesterreich kam mir das doch etwas einfacher vor: sobald man aus dem Haus ging, hiess es, sich ordentlich anzuziehen. Das hat man vom Kindesalter an einfach mitbekommen. Es haengt natuerlich auch ab, ob man nur einkaufen geht oder doch in die Schule oder Arbeit muss. Man braucht vom Arbeitsgeber jedoch keine offizielle Kleiderordnung, die genau regelt, was erlaubt ist und was nicht. Man weiss es einfach. Es gab auch keine Kleiderordnung in meiner Schule. Vielleicht haengt das auch mit der damaligen Mode zusammen - Traegerleiberl waren einfach noch nicht in grosser Mode. Es kann natuerlich sein, dass sich das daher mit den Regeln in der Zwischenzeit auch dort geaendert hat.
Hier scheint es, als ob der Arbeitnehmer ohne festgelegte Richtlinien nicht weiss, was sich schickt oder nicht. In meinem Fall haben wir "casual Fridays", d.h. an Freitagen braucht man nicht aufgeputzt zur Arbeit erscheinen. Zwanglose Geschaeftskleidung ist dann angesagt. Jeans sind dann akzeptabel. Meist gepaart mit einem Polo-Shirt oder T-Shirt mit dem Schul/Arbeitslogo. Manchmal muss man allerdings 1$/Freitag zahlen, um eben Jeans tragen zu duerfen, der dann fuer einen guten Zweck verwendet wird. Auch an Arbeitstagen fuer Lehrer, wo die Schueler zu Hause sind, geht es eher bequemer zu - allerdings nicht ohne vorher informiert zu werden, was nun eigentlich erlaubt ist. Jeans, ja - falls sie nicht zu eng sind, nicht auseinanderfallen, etc.. Da vergehen oft mehrere Tage wo emails hin-und-her geschickt werden, wie man sich nun zu kleiden hat.
Besonders anfangs kam ich mir oft overdressed vor. Ich bin zwar nicht dauernd im Kostuem rumgelaufen, aber verglichen mit anderen Leuten war ich doch etwas anders gekleidet. Mittlerweile habe ich gelernt, mich etwas anzupassen. Manchmal frage ich mich aber doch noch, wie es manchen Leuten wirklich so egal sein kann, wie sie nun in der Oeffentlichkeit gekleidet sind.

I am back again after a short blogging break. The last few weeks I enjoyed the rest of my vaccation being very lazy. Now comes the moment when I have to get up earlier again and get ready for work, that I stand in front of the closet, not knowing what to wear. A certain dress code needs to be considered as well. This seemed to be easier in Austria: as soon as you left the house, you were dressed properly. You already learned that as young child. It depends also there if you just go shopping or if you go to work. However, you don't need guidelines from your employer to know what is allowed and what is not. You just knew it. There was also no dress code in school. Maybe that's connected with the respective fashion style: tank tops were just not that common back then. Maybe that changed there now too and students have to follow a dress code.
Here it seems that the employee doesn't know what to wear without having any guidelines. There are casual fridays in my school, which means you don't have to be dressed up in business clothes. "Casual business" with jeans and the school/work-shirt is fine then. Sometimes you have to pay $!/friday to wear jeans, which goes to a good cause. Also on teacher workdays you can dress more casually. Jeans yes, as long as they are not too tight or falling apart, etc. Sometimes there are many emails sent back and forth with explanations what "casuall business" actually means.
Especially in the beginning I felt often overdressed. I didn't run around in a suit all the time, but I was different than a lot of people. In the meantime I learned to adjust a little bit. Sometimes I am still wondering though how some people really don't seem to care how they are dressed in public.

6 comments:

ChristinaG said...

Funny, I had the opposite problem moving to Germany. It still bothers me that I'm supposed to be fully dressed to take something out to the trash or putter around in my front yard, although I agree that going shopping in sweats or a track suit is too casual for me (except in emergencies, but I always run into exboyfriends when I do this!). But then when I went to the Berliner Oper the first time, I put on a formal dress and was SERIOUSLY overdressed - everyone was in jeans! I think it may be different in Austria, but I miss having occasions to dress up here.

Kim and Victoria said...

I wonder if I am one of those people who don't care how they are dressed in public. Sometimes I don't care. When we eat out, then I like to dress up a bit. I also miss occasions to dress up more, as Christinag says.

Andrea's Garden said...

Hallo, interessanter Post. Ich erinnere mich noch an meine Schulzeit. Die Länge der Miniröcke wurde in meiner privaten evangelischen Schule vorgegeben. Lustig, dass ich jetzt daran denke. In USA fand ich den Dress oft zu konservativ. Was bei uns im Büroalltag ohne weiteres als Arbeitskleidung ok war, ist dort nicht konservativ genug. Man braucht sich nur die Kleidung von vielen in Banken in USA anzusehen trotz desssen sie "nur" hinter der Kasse stehen. Allerdings haben wir in meiner Firma einen Dress Code- der aber meiner Meinung nach - vollkommen unnötig ist, weil jeder weiss, was er zu tragen hat, wie du schreibst.

Wurzerl said...

Als Kind bin ich in Klosterschulen gewesen. Keine Hosen, keine ärmellosen Blusen oder Shirts, keine kurzen Röcke. Dann bin ich in eine Bank gekommen. Mein Glück, Innendienst, da war es nicht ganz so scharf. Aber die Leute am Schalter, schrecklich, bei größter Hitze, im Anzug mit Hemd und Krawatte. Jetzt privatisiere ich und stelle fest, daß ich zuhause der "wo-ist-mein-ältestes-Shirt-Typ" geworden bin. Wie in vielen Dingen des täglichen Lebens, mit dem vernünftigen Mittelmaß hat man schlechte Karten.
Liebe Grüße vom Wurzerl

guild_rez said...

I agree with christinag..
Man sollte sich so kleiden, wie es dem Anlass entspricht.
Warum gibt es eigentlich so viele Fashion Designer, wenn die Mehr-heit der Bcxdevölkerung in Jeans und Sneakers rumläuft.
cheers Gisela

Bek said...

Christina: I guess I also would have been overdressed at the Opera. Strange. I don't care what I wear when I am in the yard, but when going shopping I still put on jeans or shorts with a T-shirt. Sweats isn't too bad;) I am used to people going shopping (or students going to school) in their pajama bottoms.

Victoria:I'm not interested in dressing up too much, but yes, it is nice to be able to wear a nice dress or skirt once in a while. When growing up my family always used to dress up for birthdays and christmas - even if it was just a small celebration at home. That made it even more special.

Andrea: Du hast es genau getroffen: diese konservative Einstellung in der Arbeitswelt ist wirklich auffallend - vor allem wenn man es dann vergleicht wie die Leute normalerweise rumlaufen.

Wurzerl: Ja, da hast du Recht, dass manche Leute wegen der Arbeit Kleidung tragen muessen, die nicht praktisch sind oder dem Klima nicht angepasst ist, nur weil es sich halt gehoert. Das Problem scheint halt oft, dass manche Leute einfach nicht wissen, was ein vernuenftiges Mittelmass ist.

Gisela: Genau. Es ist auch interessant, wie schnell sich so manches in der Modewelt aendert - was heute akzeptabel ist, ist morgen schon wieder unmoeglich.